Die Samtgemeinde Thedinghausen plant den östlichen der beiden ehemaligen Säle im Obergeschoss des Erbhofes in den bauzeitlichen Zustand zurückzuversetzen. Hierbei sollen nicht nur die Deckenbalken wieder sichtbar gemacht werden, sondern sämtliche barocken oder jüngeren Zwischenwände entfernt werden und der ursprüngliche Raumzuschnitt wieder hergestellt werden, die Wandmalereien, die Fußbodenfassungen und der Kamin der Renaissancezeit rekonstruiert und auch den Orignialen entsprechend Fenster wieder eingebaut werden. Bei der Rekonstruktion des Saales soll soweit wie möglich auf vorhandene Befunde zurückgegriffen werden, sofern diese lückenhaft sind, ist evtl. auf Analogien in Vergleichsbauwerken zurückzugreifen.
Dafür ist in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz von dem Architekturbüro "pmp" aus Hamburg im Frühjahr 2008 ein umfassendes Gutachten von mehreren hundert Seiten mit allen Einzelheiten zu den Befunden und der Planung sowie der möglichen Bauausführung erstellt worden.
Die folgenden Fotos zeigen einen Ausschnitt aus der Befunderhebung und der möglichen Rekonstruktion von einzelnen Elementen - Deckenbalken, Fliesen, Fenster und Kamin, u.a..
Die Kosten für die Rekonstruktion des Renaissancesaales einschließlich der Schaffung von Nebenräumlichkeiten und Sanierung des Daches u.a. belaufen sich nach der Kostenschätzung DIN 276 auf rund 1,3 Millionen Euro.
Herr Dr. Fischer von Landesamt für Denkmalpflege -Stützpunkt Lüneburg- hat im Mai 2008 ein Gutachten zum Denkmalwert und zur Restaurierungskonzeption verfasst, das allen Interessierten zur Verfügung gestellt werden kann.
Im letzten Absatz seines Gutachtens stellt er folgendes fest:
"Die hier dargelegte weit überregionale Bedeutung von Objekt und Maßnahme für Bremen und sein niedersächsisches Umland, ja sogar Schleswig-Holstein, wird zu massivem Einsatz von Landes- und EU-Mitteln der Denkmalpflege führen. Ohne nichtstaatliche Gelder kann die Rekonstruktion des Festsaales jedoch nicht gelingen. Kulturelle und kulturtouristische Nutzungsmöglichkeiten, die im Detail von anderer Seite auszuführen wären, sind vielversprechend und ausbaufähig. Ein lohnenderes Förderobjekt als diesen "Leuchtturm" gibt es aus denkmalfachlicher Sicht weit und breit nicht."
Die Umsetzung des gesamtes Projektes hängt daher in erster Linie von der Finanzierung und hier insbesondere von Zuschüssen des Landes Niedersachsen, des Landkreises Verden und von Stiftungen ab.